# Schalterprogramme im Vergleich — Gira, Jung, Berker, Hager &#038; Co.

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Gira, Jung, Berker, Hager, Merten oder Busch-Jaeger? Das Schalterprogramm ist die Entscheidung, die Sie in Ihrem Zuhause jeden Tag sehen und anfassen — und trotzdem wird sie oft erst auf der Baustelle nebenbei getroffen. Wir vergleichen die großen deutschen Schalterprogramme aus der Praxis eines Elektro-Meisterbetriebs: Design, Preisniveau, Sortimentstiefe und worauf Sie bei der Auswahl wirklich achten sollten.

## Warum die Wahl des Schalterprogramms früh fallen sollte

Ein Schalterprogramm ist ein Baukastensystem: Der Einsatz (die eigentliche Technik in der Dose), der Rahmen und die Wippe bzw. Abdeckung werden getrennt kombiniert. Einsätze sind innerhalb eines Herstellers meist über viele Serien identisch — Rahmen und Wippen dagegen nicht. Wer sich spät entscheidet, zahlt doppelt: Entweder werden bereits gesetzte Einsätze getauscht, oder Design-Wünsche scheitern an der Kompatibilität.

Dazu kommt: Ein Einfamilienhaus hat schnell 60 bis 120 Schalter- und Steckdosenpunkte. Zwischen einem Standard-Programm und einer Design-Serie liegen pro Punkt schnell 10 bis 30 Euro Unterschied — aufs Haus gerechnet also vierstellige Beträge. Die gute Nachricht: Auch die Standard-Serien der Markenhersteller sind technisch ausgereift und jahrzehntelang nachkaufbar.

## Die Hersteller im Überblick

### Gira — der Allrounder

Gira ist im Wohnungsbau allgegenwärtig. Das System 55 ist die gemeinsame Basis fast aller Gira-Serien: Eine 55-mm-Wippe passt in Standard 55, E2, Event und weitere Rahmenvarianten — enorme Flexibilität beim Design-Wechsel. Die E2-Serie ist der Klassiker im gehobenen Neubau, Standard 55 die wirtschaftliche Basis. Sortiment und Ersatzteilversorgung sind hervorragend, auch für Sonderfunktionen (Dimmer, USB-Steckdosen, Bewegungsmelder).

### Jung — der Architekten-Liebling

Jung steht für klare Linien: Die LS 990 (seit 1968!) ist die wohl bekannteste Design-Ikone unter den Schalterprogrammen — flacher Rahmen, kantige Form, viele Echtmaterial- und Farbvarianten (u. a. Les Couleurs® Le Corbusier). Die A 500 / A Flow bedient die moderne Mitte, die AS 500 ist das robuste Standardprogramm für Zweckbau und Vermietung. Preislich liegt Jung im Mittel etwas über Gira, die LS-Serien deutlich darüber.

### Berker — Tradition, jetzt unter dem Dach von Hager

Berker gehört seit 2010 zu Hager. Die S.1 ist eines der meistverbauten Standardprogramme Deutschlands — unverwüstlich und günstig. Darüber rangieren B.3/B.7 (Alu/Glas-Optik), die Design-Klassiker Serie 1930, Glas und R.1/R.3. Wichtig für Bestandsgebäude: Für viele ältere Berker-Serien gibt es inzwischen direkte Nachfolge-Produkte aus dem Hager-Programm — wir beraten, was zu vorhandenen Einsätzen passt.

### Hager — die neue Design-Linie A.1 / C.1

Mit der neuen Design-Serie (A.1, C.1, A.8, C.8) hat Hager das Berker-Erbe modernisiert: cleane Rahmen, sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und volle Integration in die Hager-Welt (bis hin zum Zählerschrank). Die Feuchtraum-Serie W.1 (IP44/IP55) deckt Keller, Garage und Außenbereich ab. Für uns als Hager-Partner die erste Empfehlung, wenn Neubau-Design und Budget zusammenkommen sollen.

### Merten — System M und KNX-Stärke

Merten (Schneider Electric) punktet mit dem System M — ein solides, formschönes Programm mit großer Funktionsvielfalt und traditionell starker KNX-Integration. Wer eine KNX-Installation plant, findet bei Merten Taster und Raumcontroller aus einem Guss.

### Busch-Jaeger — der Marktführer im Standard

Busch-Jaeger (ABB) ist mit Reflex SI und Balance SI der Mengen-Marktführer im deutschen Wohnungsbau — überall verfügbar, robust, günstig. Design-orientierte Serien wie future linear oder carat heben das Niveau; mit Busch-free@home gibt es zudem ein eigenes Smart-Home-Ökosystem.

## Der Praxis-Vergleich

## Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten

1. Verfügbarkeit über Jahrzehnte: Ein Wasserschaden, ein Umbau, ein zusätzlicher Raum — Sie werden nachkaufen. Die großen deutschen Serien (System 55, LS, S.1, System M) sind seit Jahrzehnten lieferbar. Bei Auslauf-Serien beraten wir zu kompatiblen Nachfolgern.

2. Mehrfachrahmen und Kombinationen: Prüfen Sie, wie 2er-/3er-/4er-Kombinationen wirken — gerade bei horizontaler und vertikaler Montage unterscheiden sich die Serien deutlich. Wir legen auf Wunsch Muster vor.

3. Funktionsvielfalt: USB-C-Ladesteckdosen, Dimmer (LED-tauglich!), Jalousietaster, Bewegungsmelder, Beschriftungsfelder fürs Büro — nicht jede Serie bietet alles. Wer Smart Home plant, sollte die KNX- bzw. Funk-Varianten der Serie gleich mitdenken.

4. Keine Mischbestückung: Einsätze und Abdeckungen verschiedener Hersteller sind mechanisch oft „irgendwie" kombinierbar, aber weder zugelassen noch dauerhaft zuverlässig. Ein Programm, ein System.

## Häufige Fragen

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