# Wärmepumpe &amp; Elektrik — was der Elektriker leisten muss

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## Wärmepumpe & Elektrik — was der Elektriker leisten muss

Eine Wärmepumpe ist kein Heizungsthema — sie ist ein Elektroinstallationsthema. Während der Heizungsbauer die hydraulische Seite plant (Wärmeüberträger, Pufferspeicher, Heizkreise), entscheidet die elektrische Seite oft über Erfolg oder Misserfolg der gesamten Anlage.

Wir erleben es regelmäßig: Heizungsbauer plant eine 12-kW-Wärmepumpe ein, die Bestandsanlage gibt das aber gar nicht her. Oder die §14a-Steuerung wird vergessen, der Netzbetreiber verweigert die Inbetriebnahme. Oder der Wärmepumpentarif ist nicht beantragt, der Kunde zahlt jahrelang unnötig viel Strom. Hier erklären wir, was elektrisch wirklich zu beachten ist.

### Wärmepumpe und §14a EnWG

Seit dem 01. Januar 2024 gilt: Jede Wärmepumpe mit mehr als 4,2 kW elektrischer Netzanschlussleistung (> 4,2 kW) ist eine steuerbare Verbrauchseinrichtung nach §14a EnWG (BNetzA-Festlegung BK6-22-300). Das betrifft praktisch alle Wärmepumpen für Einfamilien- und Zweifamilienhäuser — von der kleinen 5-kW-Luft-Wasser-Wärmepumpe bis zur 16-kW-Sole-Wasser-Variante.

### Übergangsphase für ältere Wärmepumpen

Nicht jede Wärmepumpe hat eine moderne digitale Schnittstelle wie EEBUS. Für ältere Modelle erlaubt die VDE-AR-N 4100:2026-04 in einer Übergangsphase die Steuerung über klassische potentialfreie Relaiskontakte. Die genaue Übergangsfrist wird in einer der nächsten Revisionen festgelegt — voraussichtlich nicht vor 2028.

### Heizungsgesetz und Förderung — Stand September 2026

Seit Ende Juli 2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), das das bisherige Gebäudeenergiegesetz ablöst. Die pauschale 65-%-Erneuerbaren-Pflicht beim Heizungstausch ist entfallen; Eigentümer wählen technologieoffen zwischen Wärmepumpe, Fernwärme, Hybridheizung, Biomasse sowie Gas- und Ölheizung. Für neu eingebaute Öl- und Gasheizungen gilt dafür eine „Bio-Treppe": ab 2029 mindestens 10 % klimaneutraler Brennstoff, steigend auf 60 % ab 2040 — zusammen mit dem steigenden CO₂-Preis bleibt die Wärmepumpe damit wirtschaftlich die erste Wahl.

### Wärmepumpentarif vs. Haushaltsstromtarif

Wer eine Wärmepumpe betreibt, kann von einem speziellen Wärmepumpentarif (auch „WP-Strom" oder „Heizstrom") profitieren — der ist meist deutlich günstiger als der normale Haushaltsstrom. Voraussetzung: Eine separate Messung des Wärmepumpenverbrauchs.

### Was die Wärmepumpe für Ihren Zählerschrank bedeutet

Eine Wärmepumpe ist ein Dauerstromverbraucher — sie läuft in der Heizperiode oft viele Stunden am Tag mit hoher Last. Das hat direkte Auswirkungen auf die Zähleranlage:

Wärmepumpen-Leistung
Elektr. Leistung (typisch)
Dauerstrom 3-phasig
Anforderung Zählerschrank

5 kW (klein)
~2 kW
~3 A
Direkt, 10 mm² ausreichend

9 kW (mittel)
~3 kW
~4 A
Direkt, mit Wallbox/PV ggf. 16 mm²

14 kW (groß)
~4,5 kW
~6,5 A
In Kombination mit Wallbox 22 kW: Wandlermessung erwägen

16+ kW (MFH)
~5 kW+
~7 A+
Eigene Hauptleitung, Heizstromzähler erforderlich

Achtung — die Werte sind Durchschnitt: Im Worst Case (kalter Wintertag, Heizstab läuft mit) kann der elektrische Bedarf einer 9-kW-Wärmepumpe auf 6–8 kW ansteigen. Dann sind 9–12 A Dauerstrom realistisch. Wir rechnen immer mit Reserve.

### SG-Ready — der Vorgänger von §14a

SG-Ready (Smart-Grid-Ready) ist ein Standard für Wärmepumpen, der vor §14a EnWG entstand. Praktisch alle modernen Wärmepumpen haben einen SG-Ready-Eingang — vier Betriebsmodi, gesteuert über zwei Schaltkontakte:

Modus
Schaltzustände
Bedeutung

1
1:0
Sperre. Wärmepumpe darf nicht laufen (max. 2h täglich).

2
0:0
Normalbetrieb. Standard, kein Eingriff.

3
0:1
Empfehlung Einschalten. Tarifsignal: günstiger Strom verfügbar, WP soll laufen.

4
1:1
Befehl Einschalten. Z. B. PV-Überschuss — Wärmepumpe soll definitiv laufen.

SG-Ready ist nicht §14a-konform — kann aber über Adapter oder Koppelrelais an die Steuerbox angebunden werden. In der Praxis funktioniert das gut: SG-Ready Modus 1 entspricht der §14a-Reduzierung auf 4,2 kW. Modus 4 ist die PV-Überschussfreigabe.

### PV + Wärmepumpe — die ideale Kombination

Eine Wärmepumpe in Kombination mit einer PV-Anlage ist energetisch eine der wirtschaftlichsten Lösungen für Einfamilienhäuser. PV-Strom kostet nur einen Bruchteil dessen, was Sie für Netzstrom zahlen — und die Wärmepumpe kann den Strom direkt zum Heizen nutzen.

### Was der Heizungsbauer NICHT macht

Heizungsbauer dürfen keine elektrische Festinstallation vornehmen. Das ist gesetzlich klar geregelt — und in der Praxis oft Quelle von Konflikten. Folgende Arbeiten muss der Elektrofachbetrieb übernehmen:

### Häufige Fragen zur Wärmepumpen-Elektrik

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