Warum ist das Messkonzept so wichtig?

Das Messkonzept bestimmt, wie Erzeugung und Verbrauch Ihrer PV-Anlage gemessen und abgerechnet werden. Der Netzbetreiber (Avacon Netz oder Enercity Netz) muss das Messkonzept vor der Inbetriebnahme genehmigen.

Die Wahl des richtigen Messkonzepts beeinflusst direkt Ihr Abrechnungsmodell, die steuerliche Behandlung und die Wirtschaftlichkeit Ihrer Anlage. Bei komplexen Installationen mit Speicher, Wärmepumpe und Wallbox ist die richtige Konfiguration entscheidend.

Übersicht der Messkonzepte


Überschusseinspeisung (Standard)


Ein Zweirichtungszähler misst Bezug und Einspeisung. PV-Strom wird zuerst im Haushalt verbraucht, der Rest ins Netz eingespeist.

EEG-Vergütung: 8,11 ct/kWh (bis 10 kWp, Stand 2025)
Geeignet für: Einfamilienhäuser mit normalem Stromverbrauch. Das einfachste und häufigste Modell.

Volleinspeisung


Gesamte PV-Erzeugung wird ins Netz eingespeist. Eigener Erzeugungszähler erforderlich.

EEG-Vergütung: 12,87 ct/kWh (bis 10 kWp) — deutlich höher als bei Überschuss.
Geeignet für: Große Dachflächen ohne hohen Eigenverbrauch, z. B. Hallen oder Gewerbedächer.

Kaskadenmessung


Mehrere Erzeuger und Verbraucher werden in Reihe (kaskadiert) gemessen. Jede Komponente — PV, Speicher, Wallbox, Wärmepumpe — wird separat erfasst.

Vorteil: Genaue Zuordnung von Verbrauch und Erzeugung je Komponente. Notwendig für §14a-konforme Abrechnung.
Geeignet für: Anlagen mit PV + Speicher + Wallbox + Wärmepumpe.

Wärmepumpen-Kaskade (WP-Kaskade)


Spezialfall der Kaskadenmessung für PV + Wärmepumpe. Separater WP-Zähler hinter dem PV-Einspeisepunkt — die Wärmepumpe nutzt bevorzugt PV-Strom.

Vorteil: WP-Tarif (reduziertes Netzentgelt nach §14a) bei gleichzeitiger Nutzung von PV-Überschuss.
Geeignet für: Einfamilienhäuser mit PV + Wärmepumpe, die vom günstigen WP-Tarif profitieren möchten.


Welches Konzept für welche Situation?


EFH ohne Wärmepumpe


Überschusseinspeisung (Standard)
Ein Zweirichtungszähler genügt. Unkompliziert und wirtschaftlich.

EFH mit Wärmepumpe


WP-Kaskade
Separater WP-Zähler für reduzierten Netzentgelttarif. PV-Strom wird zuerst von der WP genutzt.

EFH mit WP + Wallbox


Kaskadenmessung
Jede Komponente einzeln erfasst. §14a-konform, optimale Abrechnung.

Mehrfamilienhaus (Mieterstrom)


Summenzählermodell
Hauptzähler + Unterzähler je Wohnung. Mehr dazu unter Mieterstrom.

Anforderungen der Netzbetreiber


Avacon Netz


TAB 2019 + Ergänzungen. Das Messkonzept muss vorab eingereicht und genehmigt werden. Avacon stellt Vordrucke für die gängigen Messkonzepte bereit.

Enercity Netz


Eigene Messkonzeptvorgaben. Ab 2025 gilt die Smart-Meter-Pflicht für alle PV-Anlagen über 7 kWp (MsbG). Enercity bietet ein eigenes Anmeldeportal.

MFM erstellt Ihr Messkonzept


Wir erstellen das passende Messkonzept für Ihre Anlage, stimmen es mit dem Netzbetreiber ab und setzen es komplett um — inklusive Zählerplatzumbau.

Hinweis: Ab 2025 gilt die Smart-Meter-Pflicht für PV-Anlagen über 7 kWp (Messstellenbetriebsgesetz). Der Messstellenbetreiber baut ein intelligentes Messsystem (iMSys) ein. Die jährlichen Kosten sind gesetzlich auf maximal 20 € gedeckelt.

Häufige Fragen zu Messkonzepten



Messkonzept für Ihre PV-Anlage

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