Baustrom — Kosten, Anmeldung und Ablauf für Bauherren
Ohne Strom keine Baustelle: Kran, Kreissäge, Estrich-Trocknung und Bauheizung brauchen zuverlässig Energie — lange bevor der Hausanschluss steht. Dieser Ratgeber erklärt Bauherren Schritt für Schritt, wie Baustrom funktioniert, was er 2026 wirklich kostet und welche Fristen Sie einplanen müssen, damit der Rohbau nicht auf den Anschluss wartet.
Hinweis: Alle Angaben zu Gesetzen, Normen und Förderprogrammen dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Rechts- oder Steuerberatung. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität übernehmen wir keine Gewähr. Stand: Juli 2026. Lassen Sie sich persönlich beraten →
Was ist Baustrom — und warum geht es nicht ohne?
Baustrom ist die temporäre Stromversorgung einer Baustelle über einen Baustromverteiler (auch Anschlussschrank genannt): ein geprüfter, wetterfester Verteilerschrank mit Zähler, FI-Schutzschaltern und CEE-Steckdosen (16 A, 32 A, teils 63 A). Er wird vom Netzbetreiber an das Niederspannungsnetz angeschlossen und versorgt die Baustelle, bis der endgültige Hausanschluss samt Zähleranlage in Betrieb geht.
Der Betrieb über eine Verlängerungsschnur vom Nachbarn ist keine Alternative: Baumaschinen ziehen Anlaufströme, die Haushaltsstromkreise überlasten, es fehlt der vorgeschriebene Personenschutz nach DIN VDE 0100-704 (Baustellen-Norm) — und im Schadensfall haften Sie.
Rechtlicher Rahmen: Auf Baustellen gelten DIN VDE 0100-704 (elektrische Anlagen auf Bau- und Montagestellen) und die DGUV Vorschrift 3. Jeder Stromkreis muss über einen FI-Schutzschalter (30 mA) geführt werden, und der Verteiler muss regelmäßig geprüft werden — bei gewerblichen Baustellen ist die wiederkehrende Prüfung Pflicht, wir empfehlen sie monatlich.
So läuft es ab — die 5 Schritte
Schritt 1 — Bedarf klären: Für ein Einfamilienhaus reichen meist 22 kVA; mit Kran, Bauheizung oder Estrich-Aufheizung können 33–44 kVA nötig sein. Entscheidend sind die gleichzeitig laufenden Großverbraucher.
Schritt 2 — Antrag beim Netzbetreiber: Der Baustromanschluss wird beim örtlichen Netzbetreiber (in der Region Hannover je nach Ort Avacon, enercity Netz oder LeineNetz) beantragt — das darf nur ein eingetragener Elektro-Fachbetrieb. Wir übernehmen den kompletten Antrag inklusive Lageplan.
Schritt 3 — Verteiler stellen und anschließen: Wir liefern den geprüften Verteiler, setzen das Anschlussband mit Erdungsleitung und melden die Anlage fertig. Der Netzbetreiber schließt an und setzt den Zähler.
Schritt 4 — Bauphase: Der Verteiler läuft; Sie zahlen den verbrauchten Strom über einen Stromliefervertrag (frei wählbarer Lieferant, Zählernummer vom Baustromzähler). Die empfohlene monatliche DGUV-V3-Wiederholungsprüfung dokumentieren wir mit Protokoll.
Schritt 5 — Rückbau: Sobald der Hausanschluss samt Zähleranlage in Betrieb ist, wird der Baustromverteiler abgemeldet und abgeholt.
Fristen realistisch planen: Zwischen Antrag und gesetztem Baustromanschluss vergehen typischerweise wenige Tage bis rund drei Monate — je nachdem, ob eine Trafostation in der Nähe liegt oder der Anschluss über den künftigen Hausanschluss hergestellt wird. Stellen Sie den Antrag, sobald die Baugenehmigung da ist — nicht erst, wenn der Bagger kommt.
Was kostet Baustrom 2026?
Die Gesamtkosten setzen sich aus vier Blöcken zusammen:
1. Netzbetreiber
Anschlusskosten/Baukostenzuschuss für den temporären Anschluss: je nach Netzbetreiber und Situation typischerweise rund 100–500 € (häufig 250–450 €). Kommt direkt vom Netzbetreiber und ist nicht verhandelbar.
2. Verteiler-Miete
Marktüblich rund 40–70 € Monatsmiete zuzüglich Transport und Aufstellung je nach Größe (22–44 kVA) und Mietdauer. Bei uns im Komplett-Service enthalten: Lieferung, Aufbau, Anschlussband, Erdung und Abholung.
3. Stromverbrauch
Abrechnung nach Zähler über Ihren Stromliefervertrag. Ein EFH-Rohbau verbraucht über die Bauzeit häufig 1.500–4.000 kWh — mit Bauheizung oder Estrich-Trocknung deutlich mehr.
4. Prüfung & Service
Wiederkehrende DGUV-V3-Prüfung (empfohlen monatlich) mit Protokoll. Bei MFM als Option direkt im Konfigurator buchbar.
Wichtig bei Angebotsvergleichen: Manche Anbieter nennen nur die nackte Verteiler-Miete — Transport, Aufbau, Anschlussleitung, Erdung und Rückbau kommen dann als Extras dazu. Rechnen Sie immer den Komplettpreis über Ihre Bauzeit.
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Rechnen Sie vom Antrag bis zum angeschlossenen Verteiler mit wenigen Tagen bis zu rund drei Monaten — abhängig vom Netzbetreiber, der Auslastung und davon, ob eine Trafostation in der Nähe liegt oder erst der künftige Hausanschluss hergestellt wird. Unser Tipp: Baustrom gleich nach der Baugenehmigung beauftragen.
Standard ist ein Verteiler mit 22 kVA — das deckt Kran-Kleingeräte, Säge, Rüttler und Kleinwerkzeug ab. Mit Turmdrehkran, elektrischer Bauheizung oder Estrich-Aufheizprogramm sollten Sie 33–44 kVA einplanen. Im MFM-Konfigurator wählen Sie die Größe direkt nach Verbrauchern aus.
Nur ein beim Netzbetreiber eingetragener Elektro-Fachbetrieb darf den Anschluss beantragen und herstellen. Der Netzbetreiber schließt am Netz an und setzt den Zähler; der Fachbetrieb verantwortet Verteiler, Zuleitung und Erdung.
Der Verteiler steht monatelang frei zugänglich — klären Sie mit Ihrer Bauherrenhaftpflicht/Bauleistungsversicherung, ob gemietete Baustromtechnik mitversichert ist. Abschließbare Verteiler und ein beleuchteter Standort reduzieren das Risiko deutlich.
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Verteilergröße wählen, Mietzeitraum angeben, Wunschtermin nennen — wir kümmern uns um Antrag, Aufbau, Anmeldung und Abbau. Komplett-Service vom Elektro-Meisterbetrieb für die Region Hannover (PLZ 30/31).