Ohne Strom keine Baustelle: Kran, Kreissäge, Estrich-Trocknung und Bauheizung brauchen zuverlässig Energie — lange bevor der Hausanschluss steht. Dieser Ratgeber erklärt Bauherren Schritt für Schritt, wie Baustrom funktioniert, was er 2026 wirklich kostet und welche Fristen Sie einplanen müssen, damit der Rohbau nicht auf den Anschluss wartet.
Was ist Baustrom — und warum geht es nicht ohne?
Baustrom ist die temporäre Stromversorgung einer Baustelle über einen Baustromverteiler (auch Anschlussschrank genannt): ein geprüfter, wetterfester Verteilerschrank mit Zähler, FI-Schutzschaltern und CEE-Steckdosen (16 A, 32 A, teils 63 A). Er wird vom Netzbetreiber an das Niederspannungsnetz angeschlossen und versorgt die Baustelle, bis der endgültige Hausanschluss samt Zähleranlage in Betrieb geht.
Der Betrieb über eine Verlängerungsschnur vom Nachbarn ist keine Alternative: Baumaschinen ziehen Anlaufströme, die Haushaltsstromkreise überlasten, es fehlt der vorgeschriebene Personenschutz nach DIN VDE 0100-704 (Baustellen-Norm) — und im Schadensfall haften Sie.
So läuft es ab — die 5 Schritte
Schritt 1 — Bedarf klären: Für ein Einfamilienhaus reichen meist 22 kVA; mit Kran, Bauheizung oder Estrich-Aufheizung können 33–44 kVA nötig sein. Entscheidend sind die gleichzeitig laufenden Großverbraucher.
Schritt 2 — Antrag beim Netzbetreiber: Der Baustromanschluss wird beim örtlichen Netzbetreiber (in der Region Hannover je nach Ort Avacon, enercity Netz oder LeineNetz) beantragt — das darf nur ein eingetragener Elektro-Fachbetrieb. Wir übernehmen den kompletten Antrag inklusive Lageplan.
Schritt 3 — Verteiler stellen und anschließen: Wir liefern den geprüften Verteiler, setzen das Anschlussband mit Erdungsleitung und melden die Anlage fertig. Der Netzbetreiber schließt an und setzt den Zähler.
Schritt 4 — Bauphase: Der Verteiler läuft; Sie zahlen den verbrauchten Strom über einen Stromliefervertrag (frei wählbarer Lieferant, Zählernummer vom Baustromzähler). Die empfohlene monatliche DGUV-V3-Wiederholungsprüfung dokumentieren wir mit Protokoll.
Schritt 5 — Rückbau: Sobald der Hausanschluss samt Zähleranlage in Betrieb ist, wird der Baustromverteiler abgemeldet und abgeholt.
Was kostet Baustrom 2026?
Die Gesamtkosten setzen sich aus vier Blöcken zusammen:
1. Netzbetreiber
2. Verteiler-Miete
3. Stromverbrauch
4. Prüfung & Service
Wichtig bei Angebotsvergleichen: Manche Anbieter nennen nur die nackte Verteiler-Miete — Transport, Aufbau, Anschlussleitung, Erdung und Rückbau kommen dann als Extras dazu. Rechnen Sie immer den Komplettpreis über Ihre Bauzeit.
Häufige Fragen
Rechnen Sie vom Antrag bis zum angeschlossenen Verteiler mit wenigen Tagen bis zu rund drei Monaten — abhängig vom Netzbetreiber, der Auslastung und davon, ob eine Trafostation in der Nähe liegt oder erst der künftige Hausanschluss hergestellt wird. Unser Tipp: Baustrom gleich nach der Baugenehmigung beauftragen.
Standard ist ein Verteiler mit 22 kVA — das deckt Kleingeräte, Säge, Rüttler und Kleinwerkzeug ab. Mit Turmdrehkran, elektrischer Bauheizung oder Estrich-Aufheizprogramm sollten Sie 33–44 kVA einplanen. Im MFM-Konfigurator wählen Sie die Größe direkt nach Verbrauchern aus.
Nur ein beim Netzbetreiber eingetragener Elektro-Fachbetrieb darf den Anschluss beantragen und herstellen. Der Netzbetreiber schließt am Netz an und setzt den Zähler; der Fachbetrieb verantwortet Verteiler, Zuleitung und Erdung.
Der Verteiler steht monatelang frei zugänglich — klären Sie mit Ihrer Bauherrenhaftpflicht/Bauleistungsversicherung, ob gemietete Baustromtechnik mitversichert ist. Abschließbare Verteiler und ein beleuchteter Standort reduzieren das Risiko deutlich.
Baustrom in wenigen Minuten online konfigurieren
Verteilergröße wählen, Mietzeitraum angeben, Wunschtermin nennen — wir kümmern uns um Antrag, Aufbau, Anmeldung und Abbau. Komplett-Service vom Elektro-Meisterbetrieb für die Region Hannover (PLZ 30/31).
Zum Baustrom-Konfigurator

