Loxone, KNX oder doch „erstmal ein paar Shellys“? Kaum eine Frage wird beim Hausbau so oft gestellt — und so selten ehrlich beantwortet. Wir arbeiten täglich mit diesen Systemen und sagen Ihnen, was sie wirklich kosten, wo ihre Grenzen liegen und welches System zu welchem Projekt passt. Spoiler: Es gibt keinen Sieger für alle — aber für Ihr Projekt gibt es einen.

Hinweis: Alle Angaben zu Gesetzen, Normen und Förderprogrammen dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Rechts- oder Steuerberatung. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität übernehmen wir keine Gewähr. Stand: Juli 2026. Lassen Sie sich persönlich beraten →

Die drei Welten in 60 Sekunden

KNX ist der offene Weltstandard der Gebäudeautomation: ein kabelgebundener Bus, über 500 Hersteller, mehr als 8.000 zertifizierte Produkte, Wurzeln in den frühen 1990ern. Jedes Gerät trägt seine Intelligenz selbst, eine Zentrale ist optional, eine Cloud unnötig.

Loxone ist ein integriertes System eines Herstellers: Der Miniserver ist die Zentrale, daran hängen Tree- (Kabel) und Air-Komponenten (Funk). Alles läuft lokal, ohne Cloud-Zwang und ohne laufende Gebühren; die Logik (Licht, Beschattung, Heizung, PV-/Energiemanagement) kommt fertig gedacht aus einer Hand.

Shelly & Co. sind WLAN-Retrofit-Module: hinter die vorhandene Schalterdose geklemmt, machen sie einzelne Punkte smart. Günstig, schnell, ohne neue Leitungen — aber ein Baukasten aus Einzelteilen, kein integriertes System.

Was kostet es wirklich? (EFH ~150 m², Neubau)


KNX

Hardware + Grundinstallation marktüblich 5.000–15.000 €, dazu Programmierung 500–2.000 € — im gehobenen Vollausbau auch deutlich mehr. Im EFH liegt vergleichbarer KNX-Ausbau meist über Loxone.

Loxone

Vollwertiges Smart Home (Licht, Beschattung, Heizung, Energie): typischer Projektrahmen 8.000–17.000 € inkl. Konfiguration, als Richtwert 120–140 €/m². Keine Cloud- oder Lizenzgebühren.

Shelly / Funk-Retrofit

15–25 € pro Modul, mit Zubehör 20–40 € pro Schaltstelle — zehn smarte Punkte ab wenigen hundert Euro Material. Aber: Arbeiten an 230 V gehören in Elektriker-Hand, und ein Systemanspruch entsteht daraus nicht.

Einordnung Gesamtbudget

Zur Erinnerung: Die konventionelle Elektroinstallation liegt beim 150-m²-Neubau bei 13.500–18.000 € (Details). Smart-Home-Vollausbau bedeutet grob das 1,5- bis 2-fache.

Die ehrlichen Unterschiede

Cloud & Datenschutz: KNX und Loxone laufen vollständig lokal — Internet braucht es nur für Fernzugriff und Wetterdaten. Shelly funktioniert wahlweise mit Cloud oder lokal (MQTT/REST), das muss man aber bewusst konfigurieren und pflegen: Firmware-Updates, Passwörter, Netzsegmentierung. Ein ungepflegtes WLAN-Smart-Home ist die größte Angriffsfläche im Haus.

Zukunftssicherheit: KNX punktet mit 30 Jahren Herstellervielfalt — kein einzelner Anbieter kann das System beerdigen. Loxone ist proprietär: Sie binden sich an einen Hersteller (der seit 2009 konsequent wächst) und gewinnen dafür Integrationstiefe, die der offene Standard so nicht bietet — vom PV-Überschussladen bis zur fertigen §14a-Logik. Matter und KNX IoT ändern das Bild frühestens Ende des Jahrzehnts spürbar.

Nachrüstung im Bestand: Hier dreht sich das Bild. KNX nachrüsten heißt meist: Wände auf (KNX RF bleibt Nische und ist teuer). Loxone Air macht mit dem Miniserver Go echtes Systemverhalten ohne neue Leitungen möglich — unser Standardweg bei Bestandsgebäuden. Shelly ist der Retrofit-König für Einzelpunkte: Rollladen hier, Licht da.

Stabilität: Kabel schlägt Funk, immer. Loxone Tree und KNX TP laufen jahrzehntelang wartungsarm. 868-MHz-Funk (Loxone Air) ist deutlich störfester als das überfüllte 2,4-GHz-WLAN, in dem Shellys leben. Wer im Neubau auf reine WLAN-Aktorik setzt, spart am falschen Ende.

Unsere ehrliche Empfehlung: Neubau mit gehobenem Budget und Wunsch nach maximaler Herstellerfreiheit → KNX. Neubau oder Kernsanierung mit Fokus auf Komplettautomatisierung inkl. Energiemanagement zum besten Preis-Leistungs-Verhältnis → Loxone (unser Schwerpunkt als zertifizierter Partner — aus Überzeugung). Bestand, kleines Budget, einzelne Komfortpunkte → Shelly-Retrofit vom Fachbetrieb, gern als Einstieg mit Upgrade-Pfad. Wichtig ist nur eins: die Verrohrung im Neubau IMMER smart-ready planen — das kostet fast nichts und hält alle Wege offen.

Was Loxone bei uns besonders macht

Als Loxone-Partner in der Region Hannover verbinden wir das System mit dem, was wir ohnehin täglich bauen: PV-Anlagen, Wallboxen, Wärmepumpen-Elektrik und Energiemanagement nach VDE-AR-N 4100. Der Miniserver spricht Modbus, EEBUS-Anbindung, KNX (!), MQTT und mehr — er kann also auch als Steuerzentrale über einer bestehenden KNX-Installation sitzen. Mehr dazu auf Loxone by MFM, für Privatkunden und Unternehmen.

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Häufige Fragen

Welches System passt zu Ihrem Projekt?

Bringen Sie Grundriss und Budgetrahmen mit — wir zeigen Ihnen an konkreten Referenzen, was KNX, Loxone oder Retrofit für Ihr Haus bedeuten, und rechnen die Varianten transparent gegeneinander. Meisterbetrieb & Loxone-Partner, Region Hannover.

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