Die Elektroinstallation macht typischerweise 3–5 % der Bausumme aus — und ist trotzdem der Posten, an dem am falschesten gespart wird. Hier sind die realen Richtwerte 2026 für Neubau und Sanierung: Kosten pro Quadratmeter, was die Ausstattungsstufen bedeuten, welche Posten den Preis treiben und wo Sparen klug ist (und wo teuer wird).
Hinweis: Alle Angaben zu Gesetzen, Normen und Förderprogrammen dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Rechts- oder Steuerberatung. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität übernehmen wir keine Gewähr. Stand: Juli 2026. Lassen Sie sich persönlich beraten →
Richtwerte 2026: Was kostet die Elektroinstallation?
Neubau Standard
Grundausstattung nach Mindeststandard: ca. 70–95 €/m² Wohnfläche. Für ein 150-m²-Haus also grob 11.000–14.000 €. Funktioniert, aber ohne Reserven.
Neubau Mittel (empfohlen)
Solide Ausstattung mit ausreichend Steckdosen, Netzwerk und Reserven: ca. 90–120 €/m² — beim 150-m²-EFH etwa 13.500–18.000 €. Unser Standard-Rat für die meisten Bauherren.
Gehoben / Smart-ready
Komfortausstattung, Jalousiesteuerung, vorbereitete Bus-Verrohrung: ca. 130–180 €/m². Beim 150-m²-EFH 20.000–27.000 €.
Smart-Home-Vollausbau
KNX- oder Loxone-Komplettsystem mit Licht-, Beschattungs- und Energiemanagement: ca. 180–250 €/m² — ab etwa 27.000 € aufwärts beim 150-m²-EFH. Details im System-Vergleich.
Kernsanierung im Altbau: Rechnen Sie mit 80–150 €/m² Wohnfläche — eine 100-m²-Wohnung liegt damit bei etwa 8.000–15.000 €, ein 150-m²-Haus bei 12.000–22.500 €. Sind die Wände ohnehin offen (Kernsanierung mit neuem Putz), sinkt der Arbeitsaufwand um 30–40 % — der beste Zeitpunkt für neue Elektrik, den es je geben wird.
Zur Einordnung der Stundensätze: Elektro-Fachbetriebe rechnen 2026 bundesweit meist 70–115 € netto pro Monteurstunde, in Niedersachsen typischerweise im unteren bis mittleren Bereich dieser Spanne. Dahinter stehen Fahrzeuge, Messtechnik, Versicherung, Meisterverantwortung und dokumentierte Prüfungen — der „günstige Bekannte“ spart genau an dem, was im Schadensfall zählt.
Die Ausstattungsstufen — und warum „Stufe 1″ fast immer zu wenig ist
Die RAL-RG 678 definiert Ausstattungswerte von Stufe 1 (Mindestausstattung) über Stufe 2 (Standard) bis Stufe 3 (Komfort), jeweils mit „plus“-Varianten für erhöhte Anforderungen. Der Unterschied ist konkret: Anzahl der Steckdosen und Stromkreise pro Raum, Netzwerk-Anschlüsse, Beleuchtungsauslässe.
Unsere Erfahrung aus hunderten Projekten: Stufe 1 ist beim Einzug bereits zu knapp. Im Wohnzimmer treffen heute TV, Konsole, Router, Soundbar, Ladegeräte und Stehlampe auf drei Doppelsteckdosen. Nachträglich kostet jede zusätzliche Dose ein Vielfaches. Planen Sie mindestens Stufe 2, in Küche, Wohnzimmer und Arbeitszimmer eher Stufe 3.
Die unterschätzten Kostentreiber
Zähleranlage: Im Neubau ist der normkonforme Zählerschrank Teil des Pakets; in der Sanierung ist er oft der größte Einzelposten — reale Zahlen dazu in unserem Beitrag Zähleranlage: Kosten 2026.
Zukunftslasten: Wallbox-Zuleitung, Kaskaden-fähige Messtechnik für die Wärmepumpe, Leerrohre für PV — im Bau ein paar hundert Euro, nachträglich vierstellig. Was normativ ohnehin kommt, steht in der VDE-AR-N 4100:2026-04.
Jalousie/Beschattung: Elektrische Rollläden oder Raffstores kosten je Fenster 130–240 € Elektrik-Anteil — bei 15 Fenstern ein eigener Budgetposten, der gern vergessen wird.
Netzwerk: WLAN ersetzt keine Verkabelung. CAT-7-Anschlüsse in Arbeitszimmer, Wohnzimmer und an TV-Positionen gehören 2026 zur Grundausstattung — Homeoffice und Streaming danken es.
Außenbereich: Terrasse, Wegbeleuchtung, Garage/Carport (Stichwort Wallbox), Zisterne, Gartenhaus — alles, was Erdkabel braucht, ist im Rohbau günstig und später Tiefbau.
Wo Sie sparen können — und wo nicht
Klug sparen: Schalterprogramm eine Designstufe tiefer wählen (der Vergleich zeigt: auch Standard-Serien sind ausgereift) · Smart Home als „ready“-Verrohrung vorbereiten statt sofort vollausbauen · Eigenleistung nur bei Schlitze-Stemmen nach Absprache. Nie sparen: bei Stromkreis-Anzahl, FI-Schutz, Überspannungsschutz, Querschnitten und der Dokumentation — das sind genau die Punkte, die Sicherheit und Wiederverkaufswert tragen.
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Meist steckt der Unterschied im Leistungsumfang: Anzahl Stromkreise und Dosen, Qualität des Schalterprogramms, Zählerschrank inklusive oder nicht, Dokumentation und Messprotokoll. Vergleichen Sie nie nur Endsummen, sondern die Positionsliste — oder lassen Sie uns das zweite Angebot gegenlesen.
Punktuelle Modernisierung (z. B. Küche oder Bad) ist möglich und sinnvoll, wenn der Rest der Anlage sicher ist. Rechnen Sie pro Raum je nach Umfang mit einigen hundert bis wenigen tausend Euro. Wichtig: Alt und Neu müssen sauber getrennt und der FI-Schutz für die neuen Kreise sichergestellt sein.
Nicht automatisch — aber sie entspricht nicht mehr dem Stand der Technik (oft kein durchgängiger FI-Schutz, zweiadrige Leitungen, überlastete Kreise). Ein E-Check schafft für kleines Geld Klarheit, was wirklich gemacht werden muss und was warten kann.
Ihr Projekt, unsere Kalkulation — transparent aufgeschlüsselt
Neubau oder Sanierung in der Region Hannover? Sie bekommen von uns eine Positionsliste, die Sie verstehen: Räume, Stromkreise, Ausstattung, Festpreis. Und wir sagen ehrlich, welche Stufe zu Ihrem Budget passt.